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Plan 6: Dein eigenes Ponzi-Schema

Wie andere damit reich wurden: Die Methode ist nach Charles Ponzi benannt, einem italienischstämmigen Amerikaner, der um 1920 herum eine ganz tolle Idee zum Reichwerden hatte: Die Gelben Seiten! Leider wollte niemand in seine Idee investieren, also musste er sich einen anderen Weg zum Gelderwerb suchen. Dabei kam ihm das internationale Postsystem zu Hilfe. Man stelle sich vor, man schickt jemandem im Ausland einen Brief, der allerdings kein Geld für eine Rückantwort hätte. Für solche Gelegenheiten gibt es Internationale Antwortscheine. Man kauft sie in einem Land und kann sie dann in einem anderen Land für dort gültige Briefmarken für einen Brief einlösen. Charles Ponzi bemerkte nun, dass diese Scheine in Italien so billig waren, dass man beim Einlösen der Scheine in den USA mit dem Verkauf der dadurch erhaltenen Briefmarken einen hübschen Profit machen konnte. Prompt gründete er eine Investmentfirma, bei der die Leute innerhalb extrem kurzer Zeit (wenige Monate) extrem hohe Zinsen (50%) herausbekommen sollten. Das funktionierte so gut, dass die Leute, die zunächst ihr Geld investierten, es am Ende der Laufzeit nicht abhoben, sondern zusammen mit ihrem Gewinn wieder investierten. Zudem bekam die Firma regen Zulauf durch eigens engagierte Vertreter und Mundpropaganda, sodass Ponzi schließlich so viel Geld eingenommen hatte, dass es gar nicht genug Internationale Antwortscheine gegeben hätte, um seinen Investmentplan durchzuführen. Allerdings konnte er alte Investoren mit dem Geld neuer Investoren locker bezahlen und nebenbei noch eine dicke Villa bauen.

Und wer jetzt glaubt, darauf würde heute sowieso niemand hereinfallen: Bernard Madoff, von vielen Wirtschaftlern als einer der Gründerväter der modernen Wall Street angesehen, hat nach dem Stand von Oktober 2008 mit seiner in den 60er Jahren gegründeten Fondinvestmentfirma pro Tag 50 Millionen Anteilsscheine gehandelt, in Wirklichkeit dabei aber nach eigenen Worten ein Ponzi-Schema gefahren und damit viele Milliarden Dollar eingenommen. Und das größte Ponzi-Schema in Deutschland sollte man auch nicht verschweigen: die gesetzliche Rentenversicherung. Sie basiert allein darauf, dass es mehr junge Leute gibt, die in die Versicherung einzahlen, als es Alte gibt, die daraus Leistungen beziehen. Aber nicht weitersagen: Der Zusammenbruch soll eine Überraschung werden.

Warum du damit nicht reich wirst: Du wirst den Haken vermutlich schon gesehen haben. Wenn keine neuen Investoren mehr Geld reinbringen, hast du ein dickes Problem und gigantische Schulden. Charles Ponzi landete schließlich für 14 Jahre im Knast, und die Ermittlungsbehörden waren aufgrund der miserablen Buchhaltung von Ponzis Investmentfirma nie in der Lage, die genaue Summe festzustellen, um die er seine Opfer gebracht hat, schätzten den Betrag aber auf mehrere Millionen Dollar.

Bernard Madoff wurde am 11. Dezember 2008 verhaftet und muss eine Gefängnisstrafe bis zu 20 Jahren und fünf Millionen Dollar Bußgeld befürchten. Angesichts der 50 Milliarden Dollar, die seine Firma verloren hat, ist das zwar noch ein Schnäppchen, aber es kann auch schlimmer enden: Als in Albanien selbst Regierungsmitglieder zwielichtige Investmentfirmen empfahlen, die nach dem Ponzi-Schema arbeiteten, konnten diese Firmen die drei Millionen Einwohner des Landes um Milliardenwerte erleichtern, bevor das System Anfang 1997 zusammenbrach. Das Resultat war eine ausgewachsene Rebellion, bei der die Regierung gestürzt wurde und bis zu 2000 Menschen ihr Leben verloren.

Da der Teufel immer auf den größten Haufen scheißt, kannst du dir also ausrechnen, dass du nach so einer Aktion nicht nur enorm große Schulden für deine Firma aufgehäuft hast und ganz oben auf der Fahndungsliste der Polizei stehst, sondern vermutlich noch von einem wütenden Mob an die Wand gestellt wirst. Und das Schlimme am Leben ist: Man vermisst es wirklich sehr, wenn man es nicht mehr hat.

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