Anzeige Strategie-Browserspiel Supremacy 1914

Klopfers Web

Das Wirtschafts-Glossar

Aktie – Die Aktienausgabe ist das wirtschaftliche Äquivalent des Irrsinns, seine Eier in den Mund einer Kannibalin zu stecken. Am Anfang ist es ganz schön: man verkauft Anteile an seinem Unternehmen und kriegt dafür jede Menge Geld, welches man wahlweise investieren oder mit Nutten verjubeln kann. Dummerweise ist das der einzige Augenblick, in dem es für das Unternehmen überhaupt einen Vorteil gibt. Danach können die Anteile im Wert ins Irrsinnige steigen und noch so oft den Besitzer wechseln – die Firma sieht davon gar nichts, muss aber den Anteilseigener so devot behandeln, als wenn sie all das Geld gesehen hätte, was der Idiot für seine Aktie an den Vorbesitzer bezahlt hat. Weil es so viele Volltrottel gibt, die es tatsächlich für realistisch halten, dass die Unternehmen in jedem Jahr höhere Gewinne einfahren, selbst wenn es irgendwann gar keine Neukunden mehr auf der Welt geben kann, gibt es in regelmäßigen Abständen eine Spekulationsblase. Das heißt, dass die Aktien mehr wert sind, als ein geistig gesunder Mensch je für die Firmen zahlen würde. Wenn sich kein Volltrottel mehr findet, der die Apothekerpreise für die Anteilsscheine bezahlen möchte, platzt die Blase, ebenso wie die Köpfe einiger Börsenmakler, die verzweifelt aus dem Fenster springen. Eine Menge Wirtschaftsweisen murmelt selbstzufrieden: „Wir haben es ja schon immer gesagt“, und der ganze Mumpitz fängt auf einem niedrigen Preisniveau von neuem an und schaukelt sich bis zur nächsten Blase hoch.

Fusion – Theoretisch ist die Fusion zweiter Unternehmen eine Zusammenführung gleichberechtigter Partner zu einem größeren Betrieb. In der Praxis kauft ein Betrieb den anderen einfach auf und nennt das Fusion, damit die Manager des anderen Betriebs kein schlechtes Gewissen bekommen, wenn sie das Geld zählen, welches sie nach dem überteuerten Verkauf der Aktien ihres Unternehmens einnehmen. Bei einer Fusion sollen vor allem Synergieeffekte optimal ausgenutzt werden. Auf Deutsch heißt das, dass es billiger ist, wenn eine Abteilung einfach die Arbeit beider Firmen erledigt und die entsprechende Abteilung des anderen Fusionspartners dichtgemacht wird. Das wird normalerweise so umgesetzt, dass ein Teil der produktiven Kräfte (Jupp, Klaus und Herbert, die am Fließband stehen) gefeuert wird, während die Manager nahezu komplett übernommen werden, weil der Konzern ja nun viel größer ist und demnach mehr gemanagt werden müsse.

Gehalt - Dieser Punkt wird im Buch behandelt.

Geld – Geld ist ein allgemein anerkanntes Tauschmittel, welches materiell zumeist durch Münzen und Geldscheine repräsentiert wird. Das ist aber nicht die ganze Wahrheit. Der Wert des Geldes basiert nämlich einzig und allein darauf, dass wir glauben, dass es ein allgemein anerkanntes Tauschmittel ist. Das ist so ähnlich wie beim Weihnachtsmann, nur dass der Glaube an den Wert des Geldes zumeist nicht von herzlosen Altersgenossen vor dem 12. Lebensjahr vernichtet wird. Früher waren die meisten Währungen durch Gold gedeckt. Der Staat garantierte, dass man seine Geldscheine zur Bank bringen und durch ein seltenes, gelbes Edelmetall eintauschen kann, welches in Form von Ringen oder Ketten das Erlangen von Geschlechtsverkehr stark begünstigen kann. Es war also ein real erfassbarer Wert. Irgendwann merkten die Staaten dann, dass es ziemlich blöd ist, jedem Hinz und Kunz Gold zu versprechen, weil man so für jeden Hinz und Kunz auch Gold haben müsste. Schließlich koppelten viele Staaten ihre Währung nach dem Zweiten Weltkrieg an den US-Dollar, da die amerikanische Regierung ihr Indianerehrenwort gab, die US-Dollars dieser Länder in Gold umzutauschen. Frankreich wollte das 1969 einmal ausprobieren, die Amerikaner aber mussten beim Nachzählen feststellen, dass sie nicht nur für Hinz und Kunz, sondern auch für Frankreich nicht genug Gold im Keller hatten. Seitdem wurde also das System der unvollständigen Golddeckung in allen Staaten aufgegeben und stattdessen das System des kollektiven blinden Glaubens eingeführt.

Heuschrecken - Dieser Punkt wird im Buch behandelt.

Jammern – Jammern ist eine der wichtigsten Waffen des deutschen Unternehmers, denn sie ist universell einsetzbar. Zum einen kann man anderen vorwerfen, zuviel zu jammern, insbesondere Ostdeutschen, Gewerkschaftlern, berufstätigen Frauen und sonstigen Randgruppen. Das Pack sollte schließlich lieber die Ärmel hochkrempeln und arbeiten, nicht wahr? Auf der anderen Seite beherrscht kaum jemand das Jammern so gut wie der deutsche Unternehmer. Selbst wenn die Bilanzen super aussehen und die Gewinne in Milliardenhöhe ausreichen, Bentleys aus purem Gold in den Fuhrpark des Unternehmens zu integrieren, jammert der Unternehmer darüber, dass die Deutschen zu faul, zu unflexibel und zu gierig wären, dass der Staat der Wirtschaft zuviel Steuern auferlegt und dass eigentlich viel zu wenig getan wird, um Deutschland konkurrenzfähig zu halten, etwa durch Einführung der Kinderarbeit und der 8-Tage-Woche.

Outsourcing – Hinter dem Outsourcing steht die Idee, dass man Arbeiten, die bisher von eigenen, gut ausgebildeten Angestellten ohne große Verzögerung erledigt wurden, doch viel billiger durch Fremdfirmen erledigen lassen könnte, welche ungelernte Einwanderer aus dem ehemaligen Ostblock für einen Hungerlohn anheuern und für jeden Furz ein Auftragsformular verlangen, bevor sie auch nur einen Schlag tun. Dass die Qualität darunter leidet und die daraus resultierenden Folgekosten dreimal teurer sind als die Beschäftigung eigener Mitarbeiter, spielt dabei keine Rolle. Hauptsache, im aktuellen Geschäftsjahr sind die Kosten gesenkt worden.

Produkt – Das Produkt ist ein notwendiges Übel, welches die Kreativität des Marketings einschränkt und das Management dazu zwingt, Geld für andere Zwecke auszugeben als für sich selbst. Dummerweise ist das Produkt (welches je nach Ausrichtung des Unternehmens auch eine Dienstleistung sein kann) zumeist der einzige Weg (abgesehen von der Aktienausgabe), Geld einzunehmen. Weitere Erläuterungen gibt es im Buch.

Steuern - Dieser Punkt wird im Buch behandelt.

Unternehmensberater – Unternehmensberater behaupten von sich, Abläufe in Unternehmen zu analysieren und auf Optimierungspotenziale zu untersuchen, um das gesamte Unternehmen effektiver und somit gewinnbringender arbeiten zu lassen. Allerdings behaupten Waschmittelhersteller auch, dass ihr Waschmittel besser sei als das der Konkurrenz, man muss also auf Selbstauskünfte nicht viel geben. Tatsächlich teilen sich die Berichte von Unternehmensberatungen in mehrere Teile auf. Im ersten Teil erzählen die Unternehmensberater den Managern Dinge über den Betrieb, den die Manager schon wissen. Im zweiten und wichtigeren Teil wird empfohlen, Jupp, Klaus und Herbert zu feuern (siehe Fusion) und alles andere unterhalb der Managementebene zu outsourcen. Auch das ist für die Manager nichts Neues, aber nun können sie Jupp, Klaus und Herbert erzählen, dass das die Idee der Unternehmensberater wäre. Manchmal gibt es auch noch einen dritten Teil, in dem tatsächlich andere Arbeitsabläufe empfohlen werden, die allerdings von herzlicher Ahnungslosigkeit über die Arbeitsanforderungen geprägt sind (wie etwa bei dem Vorschlag, in Chipfabriken die Reinräume abzuschaffen, da die einfach viel zu teuer im Betrieb wären).

Zurück
Weiter